In dieser Sendung beschäftigen wir uns mit Kontinuitäten rechter Ideologe in der deutschen Gesellschaft und der Stadt Halle (Saale). Am 9. Oktober 2019 griff hier ein extrem rechter, antisemitischer und frauenfeindlicher Täter die Synagoge an und versuchte die Menschen zu töten, die dort Yom Kippur feierten. Nachdem er scheiterte in das Gebäude einzudringen, erschoss er Jana Lange vor der Synagoge und Kevin Schwarze im nahegelegenen Kiez Döner. Er griff weitere Menschen an und verletzte sie. Seine Taten streamte er live im Internet. Vor seiner Tat veröffentlichte er zwei Dokumente, in denen er von der Tötung von Jüdinnen*Juden, Muslim*innen, Linken und Schwarzen Menschen schrieb.

Der Anschlag hat viele in der Stadtgesellschaft nachdrücklich erschüttert. Auf die Perspektive von Migrant*innen, die ebenfalls Ziel des rechten Täters waren, wird dabei nur sehr wenig geschaut. Im Nachgang an den dritten Jahrestag haben wir beschlossen eine Sendung darüber zu machen. Alle haben wir den Anschlag am 9. Oktober miterlebt und teilen unsere Perspektiven auf den Tag und seinen Nachgang. Wir wollen reden über rechten Terror in der Gegenwart, ihre gesellschaftliche Aufarbeitung, Rassismuserfahrungen und über Erinnerungskultur. Als Geschichtswerkstatt fragen wir uns natürlich auch, was hat der Anschlag mit der nationalsozialistischen Vergangenheit Deutschland zu tun? Zu unserer Runde haben wir daher auch Christina Brinkmann eingeladen. Sie hat den Podcast Halle nach dem Anschlag mitproduziert und ist Mitherausgeberin des Buches „Der Halle-Prozess: Hintergründe und Perspektiven“. Neben unserem Wissen gibt sie uns Einblicke in Perspektiven einer kritischen deutschen Zivilgesellschaft.

Das Projekt wird von der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ) gefördert.

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